Jede Großstadt hat ihren Kiez – aber woher kommt die Bezeichnung?
Das Wort "Kiez" ist slawischer Herkunft, denn es benannte ursprünglich eine kleine Auenrandsiedlung in Form einer gedrängten Dorfzeile im slawischen Siedlungsgebiet rechts der Elbe. Kieze entstanden neben Burgen als Wohnsitze niederer Dienstleute slawischer Abkunft, die häufig Fischer waren: daher sprach man vom sogenannten "Fischer-Kiez". Manche Kieze wurden zu Vorstädten, von daher wurde dann Kiez, speziell im Rotwelschen, zu einem geringschätzigen Wort für ein anrüchiges Stadtviertel. Heute dient Kiez nicht nur zur regionalen Bezeichnung für arme Stadtviertel. In Hamburg spricht man beispielsweise vom "Kiezgefilde", wenn man den Stadtteil St. Pauli meint, in dem das Vergnügungsviertel liegt. Gäste, die am Wochenende dorthin einströmen, gelten ebenso wie Menschen, die es häufig in dieses Viertel zieht, als Kiezgänger.
Kiez