Archiv für den Monat: Juli 2015

Wort des Monats August 2015: Hals- und Beinbruch

Es gab viele Deutungen dieses eigenartigen Wunsches. Salcia Landmann führte in ihrem Buch Jiddisch. Abenteuer einer Sprache (1962)
zur richtigen Lösung : »Die meisten vermuten hier den alten Aberglauben, wonach man das Gute nur herbeibeschwören kann, indem man scheinbar das Böse herbeiwünscht. Tatsächlich ist es abermals das Rotwelsch, genauer: reines Hebräisch, heißt ursprünglich ›hazlóche un bróche‹ (hazlachá = Glück und b’rachá = Segen) und wird auch heute noch von Juden in dieser ursprünglichen Formel hebräisch wie jiddisch oft verwendet.« Deutsche Zuhörer bewahrten die missverstandene Glücksformel in verballhornter Form als »Hals- und Beinbruch«.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/22853

Vgl. Christoph Gutknecht :»Viel Glück und viel Segenl Wie die hebräische Redewendung ›Hazloche un Broche‹ über Umwege zu ›Hals- und Beinbruch‹ wurde«, in: Jüdische Allgemeine, 70. Jg., Nr. 30 v. 23.7.2015, S. 17.

Wort des Monats Juli 2015: Zoff

„Zoff“ leitet sich aus dem hebräischen Substantiv „Sof“ her – mit der Bedeutung („Ende“, „Schluss“), die auch im Jiddischen üblich ist, wobei dort aus dem Gaunervokabular oft die Nuance „Schluss der Untersuchung“ mitschwingt.

Die hebräischen Lettern „Sin“ und „Samech“ werden im Jiddischen wortanlautend vereinzelt statt als Reibelaut „s“ auch als Affrikate „ts“ artikuliert. Bei „Zoff“ und „Sof“ entwickelten sich die Varianten auch semantisch auseinander. Während „Sof“ die quellsprachliche Bedeutung „Ende“ behielt, wurde „Zoff“ in der Umgangssprache der Christen ausschließlich in seiner metonymischen Bedeutung „Streit“ verwendet. Der Bedeutungswandel im Deutschen wird auf den jiddischen Ausdruck „mieser soff“ („böses Ende“) zurückgeführt.

(E?)(L?) http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/22472
Vgl. Christoph Gutknecht: „Bloß keinen Zoff! Wie das hebräischstämmig Wort vom jiddischen Gaunervokabular Eingang in unseren Wortschatz fand“, in: Jüdische Allgemeine, 70. Jg., Nr. 24, vom 11.6.2015, S. 17.