Archiv für den Monat: April 2015

Wort des Monats Mai 2015 (aus) Daffke

„Daffke“ zählt zu den 100 häufigsten Hebraismen im Jiddischen. Der westjiddische Ausdruck, der auf das hebräische Wort „dawqa“, „davka“ mit den Bedeutungsnuancen „nur so (und nicht anders)“, „durchaus“ zurückgeht, ist über das rotwelsche „dafko“, das für „durchaus“, „absolut“ steht, ins Deutsche gelangt. Im Deutschen, nicht im Jiddischen, wurde neben dem Adverb auch das Substantiv „Daffke“ bekannt – seit dem 20. Jahrhundert gemeinhin in der als berlinerisch verorteten umgangssprachlichen Redensart „(etwas) aus Daffke (tun)“, im Sinne von „(etwas) nun erst recht, aus Trotz, nur zum Spaß (tun)“.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21783/highlight/Daffke

Vgl. Christoph Gutknecht: »Alles nur aus Daffke: Wie eine hebräische Gewissheit zum deutschen Trotz wurde«, in: Jüdische Allgemeine, 70. Jg., Nr. 12 v. 19.3.2015, S. 17.

Wort des Monats April 2015: Schickse, Schekez

„Schickse“ und „Schekez“ haben eine bunte Wortgeschichte. Das Substantiv „schéqes“ ist seit dem biblischen Hebräisch belegt, in der Bedeutung „Gräuel vor Unreinem“ (wörtlich 1. Buch Mose 3: „Kriechtier“). Im Jiddischen steht „Schejgez“/“Schegez“/“Schekez“ (Plural: „Schkózim“) für den nicht-jüdischen jungen Mann.

Die, verglichen mit dem männlichen „Schekez“, geläufigere weibliche „Schickse“ geht auf das Femininum „schiqesa“ (neuhebräisch „schiktso“ = „die Unreine“) zurück, das erst in nachantiker Zeit gebildet wurde. Es bezeichnete, wie später das jiddische „Schickse“ / „Schiggse“, zunächst ein nichtjüdisches Mädchen oder Dienstmädchen. Erst im Lauf der Zeit wurde die „Schickse“ semantisch zuweilen pejorativ ausgeweitet zum „leichten Mädchen“ oder „Flittchen“. Inzwischen ist der Begriff auch hierzulande nicht mehr nur negativ besetzt: Stolz nennt sich ein weiblicher Fanklub von Borussia Dortmund »Die BVB-Schicksen«.

(E?)(L?) http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21468
Vgl. Christoph Gutknecht: »Schick, die Schickse: Das jiddische Wort für nichtjüdische Frauen gilt als beleidigend. Aber manche schmücken sich auch damit«, in: Jüdische Allge-meine, 70. Jg., Nr. 7, S. 17.