Archiv für den Monat: Februar 2015

Wort des Monats Februar 2015: zocken, abzocken, Abzocker, Abzockerei, abgezockt

In Deutschland steht das umgangssprachliche „zocken“, auch im übertragenen Sinne, für „Glücksspiele oder riskante Börsengeschäfte betreiben“; im saloppen Gebrauch (vor allem bei Glücksspielen) für „risikofreudig agieren“; im Computerspieler-Jargon für „(ein Computer- oder Konsolenspiel) spielen“.

Die Entlehnung erfolgte über das Rotwelsche: Dort steht „zchokken“ für „lachen“ – es leitet sich vom westjiddischen „zchoken“ („lachen“) her, welches seinerseits dem hebräischen Lexem „sehoq“ (für „spielen“, eigentlich „lachen“) entstammt. Beim attributiv, prädikativ und adverbial gebrauchten Adjektiv „abgezockt“ deutet die Verwendung – auf den Sportbereich bezogen – auf eine neutrale bis anerkennende Einstellung des Sprechers: »Wir haben allesamt durch unsere Auftritte im Europapokal viel dazugelernt und sind wesentlich abgezockter geworden.

« Bezieht sich „abgezockt“ auf Bereiche wie Wirtschaft, Kultur oder Politik, so zeigen die Belege meist eine negativ-abwertende Sprechereinstellung: »Was haben wir ihm (dem Banker) nicht alles angedichtet? Abgezockter Yuppie, eiskalter Betrüger, neureicher Blender« (Die Zeit 38/1995).