Archiv für den Monat: Dezember 2014

Wort des Monats Januar 2015: dufte und taff

Dass „dufte“ sich vom hebräischen und jiddischen „tow“ (= „gut“) herleitet, gilt als gesichert. Das Adjektiv hat, vornehmlich in Berlin, schon Mitte des 19. Jahrhunderts Karriere gemacht. Als sogenanntes »Entzückungswort« war es damals umgangssprachlich ähnlich populär wie die heute nicht mehr nur jugendsprachlichen Modeausdrücke „geil“, „krass“ oder „cool“.

„Dufte“ gilt heute eher als »uncool« oder »kontrageil« und wurde längst unter anderem durch „taff“ ersetzt, das nicht, wie manche glauben, dem englischen Adjektiv „tough“ (= „zäh“) nachgebildet ist, sondern eher das alte jiddische „toff“ wieder belebt.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20999
Vgl. »Ick find dir dufte: Was auf Hebräisch gut ist, entzückt auch im Umgangsdeutsch«, in: Jüdische Allgemeine, 69. Jg., Nr. 51 (v. 18.12.2014), S.17.

Wort des Monats Dezember 2014: Kaff Kaffer

Kaffer und Kaff

Bei der Bedeutung des abwertenden Begriffs „Kaffer“ sind sich die großen Lexika einig. Im Bertelsmann Wörterbuch der deutschen Sprache (2004) lesen wir „dummer Kerl“, „Tölpel“, im Duden-Universalwörterbuch (2006) „Dummkopf“, „blöder Mensch“.

Wie viele andere deutsche Verbalinjurien stammt auch der „Kaffer“ aus dem Jiddischen. Zur Etymologie des Worts schreibt Klepschs Westjiddisches Wörterbuch (2004), zu dem schon in der Bibel belegten Substantiv „kefar“ (= „Dorf“) werde »erst in einer nachantiken Stufe des Hebräischen das Adjektiv „kafrî“ (= „dörflich“, „ländlich“) gebildet. Dieses wird im Jiddischen als Substantiv „Kaffri“ oder „Kaffer“ (= „Bauer“, „Dorfbewohner“) verwendet«.

Ob der „Kaffer“ etwas mit dem „Kaff“, dem elenden Nest, zu tun hat, war lange umstritten. Als mögliche Wortwurzel bietet sich eine Rückbildung von „Kaffer“ an oder eine Rotwelsch-Prägung vom hebräischen Buchstaben „kaph“ – als Kürzel für das westjiddische Wort „kephar“ (= „Dorf“).

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20821

Vgl. »Von Käffern und Kaffern: Wie aus dem biblischen Dorf eine deutsche Verbalinjurie wurde«, in: Jüdische Allgemeine, 69. Jg., Nr. 48 (v. 27.11.2014), S.17.