Archiv für den Monat: August 2014

Wort des Monats September 2014: Gauner

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/

Das „G“ am Anfang ist vergleichsweise neu. Ursprünglich war der „Gauner“ ein „Jauner“.

Das ursprüngliche „J“ am Wortanfang verweist auf die Herkunft aus dem Hebräischen. Nach einer Lesart ist die Wurzel das hebräisch-aramäische Verb „janah“ (= „niederschlagen“, „beim Geschäft drücken“ / „beim Geschäft übervorteilen“). Plausibler allerdings ist die These des aus einer jüdischen Gelehrtenfamilie stammenden Wiener Juristen und Philologen Alfred Landau (1850–1935). Er führte „Gauner“ erstmals auf das hebräische Wort „jawan“ (= „Grieche“, eigentlich „Ionier“) zurück, das sich abwertend auf die nach der türkischen Eroberung Konstantinopels (1453) heimatlos umherziehenden Griechen bezog.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19892
Vgl. »Vom Griechen zum Gauner: Wie aus dem Ionier über das Hebräische der deutsche Betrüger wurde.«, in: Jüdische Allgemeine, 69. Jg. , Nr. 32 (v. 7.8.2014), S.17.

Wort des Monats August 2014: Großkotz

http://www.etymologie.info
 

Mit Brechreiz hat das Wort, auch wenn es danach klingt, nichts zu tun. Es ist aus dem Jiddischen über das Rotwelsche ins Deutsche gelangt. Als „Koozen“ findet es sich in F. L. A. v. Grolmanns Wörterbuch der in Teutschland üblichen Spitzbuben-Sprachen (1822), während Wilhelm Polzers Gauner-Wörterbuch für den Kriminalpraktiker (1922) die Bezeichnung „Kotz“ für den „Prahler“ anführt.

Abraham Tendlau verdeutlicht in Jüdische Sprichwörter und Redensarten (1860) die etymologische Herkunft: »“Kozen“, „Kazin“ heißt biblisch: „Richter“, „Führer“, „Fürst“; im späteren Hebräismus ein „reicher Mann“: ein dicker, fetter Kozen.«

(E?)(L?) http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19757