Archiv für den Monat: Februar 2014

Wort des Monats März 2014: Kabale

http://www.etymologie.info

Tatsächlich gibt es „Cabal“, „Cabale“ im Deutschen schon seit dem 16. Jahrhundert, entlehnt vom französischen Substantiv „cabale“. Romanischer Herkunft ist das Wort aber nicht. Es geht in Form und Bedeutung tatsächlich auf die „Kabbala“ zurück. Das hebräisch-rabbinische Wort „qabbalah“ bezeichnet eine „Überlieferung, von den Älteren überkommene Geheimlehre“. In diesem Sinn wurde der Begriff im Deutschen auch ursprünglich gebraucht.

In der Abhandlung „Sarepta oder Bergpostille“ (1562) spricht der Reformator Johann Mathesius davon, dass Berthold Schwarz, der Erfinder des Schießpulvers, »nach der alten künsten Cabal (= Geheimlehre) den Saliter (= Salpeter) gern figirt (= verdickt) und dicht gemacht hatte«. Es vollzog sich allerdings beim französischen „cabale“ ein Bedeutungswandel zu „heimlich abgesprochene Praktiken“, „Intrige“, der im 17. Jahrhundert für das deutsche „Kabale“ übernommen wurde. Schuld an den negativen Konnotationen sind in diesem Fall mal nicht die Deutschen.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17960
Vgl. Christoph Gutknecht: „Esoterik und Intrigen: Das Wort »Kabale« geht tatsächlich auf die Kabbala zurück – mit einem Umweg über Frankreich“, in: Jüdische Allgemeine, 69. Jg., Nr. 1 (vom 2. Jan. 2014), S. 17.

Wort des Monats Februar 2014″ Wissen, wo Barthel den Most holt

http://www.etymologie.info

»Man wendet diese Redensart an«, belehrt uns schon 1867 Karl F. W. Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon, »wenn man jemand als klug, gewandt und schlau bezeichnen will, als einen, der Mittel und Wege kennt, seinen Zweck zu erreichen.« Aber woher stammen sprachhistorisch Barthel und sein Most? Die Redewendung stammt aus der Gaunersprache und ist aus ›Barsel‹ für Brechei-sen und Moos aus hebräischem ›maoth‹ und jiddischem ›maos‹ für Kleingeld, Pfennige bzw. Geld allgemein entlehnt und meinte eigentlich: wissen, wo man sich mit dem Brecheisen Zugang zu fremdem Geld verschafft.