Archiv für den Monat: August 2013

Wort des Monats August 2013: Rochus

http://www.etymologie.info/~e/_e/_e-wwdmon.html

Die früher verbreitete Wendung „einen Rochus (auf etwas oder auf jemanden) haben“ wird noch heute regional im westmitteldeutschen Raum gebraucht und bedeutet: „sich über etwas ärgern“, „eine Wut auf jemanden haben“.

Ins Hochdeutsche gelangte „Rochus“ über das Rotwelsche, in dem es seit Ende des 19. Jahrhunderts vorkam. Im Münsterschen Unterschichtsdialekt, der Masematte, hieß es: „Er hat hamel rochus auf seine alsche“ („er hat eine große Wut auf seine Frau“), das Manische, ein Randgruppendialekt in Mittelhessen, formulierte: „Hui, was had er ’n rogus!“ („Hui, was ist er zornig!“)

Beide Wörter basieren auf dem Jiddischen. Dort findet man auch die Varianten „roches“, „rauches“, „rauges“ oder „roges“ für „Ärger“ oder „Zorn“.

(E?)(L?) http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16429/highlight/Rochus
Vgl. Christoph Gutknecht: „Rochus und broches: Wie man auf Jiddisch anderen böse ist“, in: Jüdische Allgemeine, 68. Jg., Nr. 28 (v. 11. Juli 2013), S. 17.